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Grüner Tee – die bittere Medizin, die schmeckt

# Naturheilkunde | 24. Juli 2017

Grüner Tee 2

Die Geschichte des Grünen Tees ist mehrere tausend Jahre alt. Schon der chinesische Kaiser Shennong, der vor über 4700 Jahren lebte, lobte ihn als ein Getränk, das den guten Geist und die weisen Gedanken weckt und die Niedergeschlagenen ermutigt. Erst wesentlich später, im siebten Jahrhundert, erreichte der Grüntee japanische Gefilde und löste sich dort von seinem bisherigen Status als Arznei- und Genussmittel zu einem zeremoniellen Getränk des Zen Buddhismus, das seither nach strengen Ritualen zubereitet wird.

In Deutschland ist er das erstemal als Herba Theae 1657 in einer Apothekentaxe in Nordhausen erwähnt. Schwarzer wie auch der Grüne Tee stammen von demselben Teestrauch – Camellia sinensis. Der Unterschied zwischen den Beiden liegt jeweils in der Art der Weiterverarbeitung. Dabei wird der Grüne Tee nicht fermentiert oder wenn nur leicht anfermentiert und danach kurz erhitzt, um eine weitere Oxidation zu unterbinden. So bleiben viele gesundheitsfördernde Stoffe in hohen Konzentrationen erhalten, die bei einer längeren Fermentation, wie es beim Schwarzen Tee der Fall ist, verloren gehen.

Die vier typischen Hauptgeschmacksnoten sind bitter, adstringierend (zusammenziehend), süß und umami (japanisch: fleischig, herzhaft; hier: wohlschmeckend). Rauchig, herb frisch, schwach süßlich, grasig, heuig, erdig, frisch zart, malzig, blumig sind nur ein Bruchteil an geschmacklichen Nuancen, die je nach Anbaugebiet, sprich nach Boden und Höhenlage, Sorte, Fermentationsgrad, Blattverarbeitung und Zubereitung in Erscheinung treten. Von diesen Parametern ist natürlich auch der Gehalt an den über 400 Inhaltsstoffen abhängig. Alleine die Blattverarbeitung reicht von gehobelt, gepulvert (Matcha), mit gerösteten Reiskörner versetzt (Genmaicha), mit Reismehl zu kleinen tannenähnlichen Stengeln gepresst (Kokeicha), mit Jasminblüten aromatisiert bis hin zum Rollen der Blätter zu kleinen Kügelchen (Gunpowder).

Lange bekannt ist der gesundheitliche Nutzen, den der Genuß von Grüntee für Geist und Körper mit sich bringt. Hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Catechinen, die den Tee so bitter schmecken lassen. Der wichtigste Vertreter ist das Epigallocatechingallat (EGCG). Der Gehalt ist in unfermentierten Grüntee wie z.B. Weißer Tee besonders hoch. EGCG steht im „heißen Verdacht“ Tumore einzudämmen, zellschädigende Sauerstoffmoleküle, die z.B. beim Rauchen entstehen, abzufangen, Viren und Bakterien abzutöten und Nerven zu schützen. Diskutiert wird der Einsatz bei Alzheimer, Herzkreislauferkrankungen, Parkinson, bestimmten Krebsformen und Multipler Sklerose. Eindeutige Studienergebnisse stehen allerdings noch aus.

Für den den „klaren Geist“ , sprich einer erhöhten, aber entspannten Aufmerksamkeit, ist die Aminosäure Theanin verantwortlich, die ebenfalls wie die Catechine bitter schmeckt. Umso länger der Tee zieht, umso mehr Theanin löst sich im Wasser und desto bitterer wird er. Auch wenn der hohe Koffeingehalt erst einmal gegen die die entspannende Wirkung von Theanin spricht, wurde gegenteiliges erwiesen. Koffein macht wach, schwächt aber nicht den entspannenden Effekt. Zudem ist das enthaltene Koffein an Gerbstoffe gebunden und wird im Gegensatz zu Kaffee nur langsam in den Blutkreislauf abgegeben. So ist Grüner Tee eher ein anregendes Tonikum als ein Aufputschmittel. Zu den Teesorten mit einer geringeren Koffeinmenge zählen Bancha und Lu Shan Wu; mit einer hohen Konzentration unter anderem Matcha, Gyokuro und Sencha.

Desweiteren enhält Grüner Tee die Antioxidantien Vitamin C und E; Mineralstoffe wie Calcium, Kalium, Eisen; die Spurenelemente Fluor und Mangan, ätherische Öle, Chlorophyll und zahlreiche weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Es steckt also eine Menge verborgenes in diesem Heißgetränk! Lassen Sie sich doch ab und zu mal ein Tässchen schmecken!

Foto: flickr.com/Christian Kadluba

Quelle: Corinna Paatzsch, Grüner Tee (1996); Pharmazeutische Zeitung , Theaninforschung  (Ausgabe 17/2008), Universitätsklinikum Heidelberg, Grüner Tee und Amyloidose (2008)

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